Schulhaus Feld

Kreuzackerstrasse 15

8623 Wetzikon

feld@schule-wetzikon.ch

www.psfeld.ch

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Altersdurchmischtes Lernen in der Schule Feld

 

 

Weshalb wir Lehrpersonen im Schulhaus Feld in altersdurchmischten

Lerngruppen unterrichten mšchten:

 

Jahrgangsklassen gibt es nicht wirklich und homogene Lerngruppen schon gar nicht - ein

angepasster Umgang mit heterogenen Lerngruppen ist notwendig.

 

Betrachtet man eine heutige Jahrgangsklasse, finden sich darin oft etwa drei JahrgŠnge zusammen. Und auch Kinder desselben Jahrgangs kšnnen eine Differenz von bis zu vier Jahren zwischen Lernalter und Entwicklungsalter aufweisen. So gesehen ist jede "normale" Jahrgangsklasse eine altersdurchmischte SchŸlergruppe.

 

Die Erfahrungen mit den drei Grundstufenklassen der Schule Feld sind Šusserst positiv.

Sie lšsten im Lehrerkollegium eine vertiefte Auseinandersetzung mit dem Thema aus. Besuche in Schulen, die aus pŠdagogischen GrŸnden auf altersdurchmischtes Lernen (=AdL) umgestellt haben, folgten, Fachleute wurden fŸr Fortbildungen beigezogen. Dieser Entwicklungsprozess fŸhrte zum Entscheid, die Klassen im Schulhaus Feld altersdurchmischt zu fŸhren.

 

Lernen in altersdurchmischten Gruppen ist eine Schulform von grosser AktualitŠt und bietet pŠdagogische Mšglichkeiten, die heute von modernen Schulen gefordert werden.

 

Die UnterstŸtzung, Fšrderung und Weiterentwicklung der Schulform "Mehrklassenschule" und der Unterrichtsform "altersdurchmischtes Lernen" ist Teil einer Schulentwicklung, welche zum Ziel hat, die heutigen gesellschaftlichen Forderungen an eine Schule zu verwirklichen. Als Stichworte mšgen die Begriffe Integration, Individualisierung und Binnendifferenzierung dienen.

 

 

Rahmenbedingungen

 

Die Primarschulpflege Wetzikon unterstŸtzt das Projekt "altersdurchmischtes Lernen" im Feld, sieht darin eine WeiterfŸhrung der positiven Erfahrungen aus dem Versuch Grundstufe und einen innovativen Umgang mit den Erwartungen an eine heutige Schule.

 

Das Volksschulamt (VSA) teilt den Gemeinden auf Grund der SchŸlerzahlen "Vollzeiteinheiten" (VZE) zu, d.h. die zur VerfŸgung stehenden Lehrstellen. Die Klassengršsse ist im Gesetz festgehalten.

 

FŸr den Unterricht sind die Ziele des Lehrplanes massgebend und die dafŸr vorgesehenen Jahreslektionen vorgeschrieben.

 

Im Volksschulgesetz (VSG) sind die QualitŠtsansprŸche an die Schulen im Kanton ZŸrich festgehalten.

 

 

Altersdurchmischtes Lernen kann heissen:

 

 

Soziales Lernen in altersdurchmischten Klassen

In altersdurchmischten Klassen lernen die Kinder miteinander und voneinander. FŠhigkeiten wie RŸcksichtnahme, Toleranz, Hilfsbereitschaft werden im Alltag geŸbt. Erwartungen und Rollen innerhalb der Klasse haben einen Einfluss auf das SelbstverstŠndnis der Kinder. Eine altersdurchmischte Gemeinschaft bietet ihnen die Mšglichkeit, sich im Verlauf der Schulzeit in verschiedenen sozialen Stellungen zu erfahren, einmal als die JŸngsten, einmal als die €ltesten. Sie lernen, sich unterzuordnen, aber auch FŸhrungsrollen zu Ÿbernehmen. In altersdurchmischten Klassen fŸhren die Šlteren Kinder die jŸngeren in den Klassenalltag ein und sorgen so fŸr KontinuitŠt.

 

 

Anderer Umgang mit HeterogenitŠt = Verschiedenartigkeit

Unterschiedliche  Lernvoraussetzungen der Kinder sind nicht neu. In Jahrgangsklassen wird aber oft angenommen, der Grossteil der Kinder sei auf dem gleichen Leistungsstand und kšnne dieselben Lernschritte zur gleichen Zeit vollziehen. In altersdurchmischten Klassen sind die Unterschiede offensichtlich: HeterogenitŠt ist nicht mehr eine Abweichung von der Norm, sondern eine Chance fŸr individuelles Lernen.

Das neue sonderpŠdagogische Konzept fordert die Integration von Kindern mit besonderen BedŸrf -nissen. In altersdurchmischten Klassen kann flexibler auf unterschiedliche FŠhigkeiten eingegangen werden. Ein Kind, das lŠnger braucht, um die Lehrziele zu erreichen, wird ebenso wenig aus dem Klassenverband herausgerissen als ein Kind, das eine Klasse Ÿberspringt.

 

 

Zusammenarbeit im Lehrerteam

Durch das Einrichten von altersdurchmischten Klassen entstehen neue "Unterrichtsteam". Der Unterricht kann vermehrt gemeinsam vorbereitet und reflektiert werden, auch unter Einbezug der schulischen HeilpŠdagog/innen, der Lehrpersonen im Teamteaching und der Lehrperson fŸr "Deutsch als Zweitsprache" (DaZ). Lehrpersonen profitieren voneinander, nutzen gegenseitig Synergien und Ressourcen. Es ergeben sich auch gemeinsame Unterrichtselemente.

 

 

 

Adressen von Schulen, die altersdurchmischt unterrichten:

www.prisma-wil.ch

www.schuelerclubnordstrasse.ch

www.mehrklassenschulen.pshinwil.ch

www.schule.bruehlberg.ch

www.gesamtschule-erlen.ch (Privatschule)

www.laborschule.de

www.schule-regensberg.ch

www.mlv-zh.ch

 

 

Vertieftere Informationen aus einem Referat von Christa Urech an der Lehrerinnen und Lehrerkonferenz des Kantons AG am 23. November 2006:

 

 

Welche Vorteile von AdL werden theoretisch angenommen:

·   Natürliche Lerngemeinschaft
Eine Mehrklassenschule stellt eine natürliche Lerngemeinschaft dar, die ein Mit- und Voneinanderlernen von verschiedenaltrigen Kindern ermöglicht. Die Kinder können lernen Verantwortung zu übernehmen, Autorität auszuüben, einander zuzuhören und zu beraten. Auf der anderen Seite erfahren sie, dass andere Kinder sich um sie kümmern und mit ihnen lernen. In einer Mehrklassenschule werden Erfahrungen möglich, die traditionell in der Familie gemacht wurden. Es genügt aber nicht, dass Kinder beobachten und nachahmen über welche Kompetenzen Erwachsene verfügen, sie bedürfen auch des Wetteiferns mit ähnlich alten Kindern, so dass sich ihre Interessen erweitern und sie das Aushandeln mit anderen Kindern lernen. Das kann von den Familien nicht mehr erwartet werden, die Schule muss das berücksichtigen.

·   Rolle der Kinder
Die Kinder können dadurch, dass sie während ihrer Schulzeit in verschiedenen sozialen Stellungen mal die jüngsten, mal die ältesten sind, lernen, sowohl eine Führerrolle zu übernehmen als auch sich unterzuordnen. Auch dadurch, dass die Kinder voneinander lernen, wird die Rolle der Schülerinnen und Schüler verändert, mal sind sie in der Position des Nehmenden, mal in jener des Gebenden.

·   Lernfortschritte
In Mehrklassenschulen sehen die Schülerinnen und Schüler das gesamte Lernfeld einer Stufe. Rückblickend erkennen sie, was sie, verglichen mit jüngeren Kindern, gelernt haben, vorausblickend, welch interessante Themen sie erwarten. Die eigenen Lernfortschritte können wahrgenommen werden.

·   Tempo
Die Kinder steigen in ihrem eigenen Tempo vom leichten zum schwierigeren Material. Die Schülerinnen und Schüler werden teils zu homogenen, teils zu heterogenen Gruppen zusammengenommen, je nach Fach und Aufgabenstellung. Die Gruppengrösse ist nicht fix, sondern variiert je nach Arbeit: Verfolgen eigener Lerninteressen, Lernen durch Lehren.

·   Vereinfachtes Repetieren
Repetierenden ist es möglich, einzelne Stoffgebiete zu wiederholen anstelle eines ganzen Schuljahres.

·   Kinder wachsen in eine bestehende Gemeinschaft hinein.
Schülerinnen und Schüler müssen nicht das gesamte Sozialgefüge wechseln, wenn sie repetieren oder neu dazu kommen.

 

 

Welche Vorteile von ADL können empirisch belegt werden?

·   Mehrere Studien belegen dass ADL-Kinder eine positivere Einstellung zur Schule aufweisen, ebenso Achtung vor sich selber und gegenüber Klassenkameradinnen und  -kameraden, geringere Angst sowie einen positiveren Blick auf die Zukunft.

·   Grundsätzlich kann gesagt werden, dass sowohl in den Bereichen der Sozial- und Selbstkompetenz die Erfahrungsmöglichkeiten grösser sind als in Jahrgangsklassen.

 

·   Peer-Groups und Freundschaften bilden sich über Altersgrenzen hinweg, was einen erheblichen Unterschied zur Einzelklasse bedeutet. 

 

·   Die Rangplätze der Beliebtheit sind instabil. Der Wechsel von einem bestimmten Status in einen anderen kann sich in der altersgemischten Gruppe viel schneller vollziehen. Die sozialen Beziehungen in diesen Gruppierungen wechseln ständig. 

 

·   Beim Helfen zeigt sich, dass die Positionen klar festgelegt sind. Die Älteren helfen, die Jüngeren nehmen die Hilfe an. In altersdurchmischten Gruppen können die Kinder die kommunikative Anpassung an ihr Gegenüber üben. Kinder verändern beim Sprechen je nach Alter des zuhörenden Kindes die Länge der Sätze, den Tonfall und die Wahl der Wörter. Der klassenübergreifende Unterricht bietet demnach Gelegenheit, sich auf ein andersaltriges Gegenüber kommunikativ einzustellen.

 

·   Positive Effekte hinsichtlich des Verhaltens der Kinder zeigen sich einerseits in der Interaktion älterer und jüngerer Kinder, die durch eine grosse Häufigkeit sowie ein hohes Mass am Sprecherwechsel ausgezeichnet ist, sowie das Entwickeln von Leitungs- und Führungsqualitäten älterer Kinder.