10 Thesen zum Umgang mit Heterogenität und altersgemischten Lerngruppen von Susanne Thurn |
1. |
Umgang mit Heterogenität und die Entwicklung von individualisierten Lehr- und Lernmöglichkeiten sowie Leistungsnachweisen sind DIE grossen Herausforderungen für alle Bildungsinstitutionen, denen wir uns in Zukunft stellen müssen. (Deutschland hat hier besonderen Nachholbedarf!)
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2. |
Menschen sind verschieden - Lernen ist der individuellste Vorgang überhaupt - zwischen Lern- und Entwicklungsalter können bis zu vier Jahren Differenz liegen, ohne dass von Behinderung gesprochen werden muss: Pädagoginnen und Pädagogen wissen das aus Erfahrung, neuere Hirnforschungen bestätigen es!
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3. |
Lernen und Leisten muss daher der Vielfalt von Möglichkeiten der Individuen angepasst und entsprechend organisiert werden, diese also spiegeln.
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4. |
Die Bildungsinstitutionen tragen die Verantwortung dafür, jedes Kind und jeden Jugendlichen zu seinen Möglichkeiten hin herauszufordern und fördernd zu begleiten. Kinder und Jugendliche müssen in die Verantwortung für ihr Lernen und ihr Leisten zunehmend eingebunden werden.
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5. |
Kinder und Jugendliche lernen individuell und selbstbestimmt, mitverantwortlich für ihr eigenes Lernen und sozial eingebunden in ihre Gruppen besonders gut. Da Lernen durch Zwang nicht gefördert, dagegen durch entmutigende Erlebnisse behindert wird, werden höchstmögliche individuelle Leistungen durch verordnetes Lernen im Gleichschritt und normierendes, selektierendes Prüfen verhindert.
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6. |
Jedes Kind und jeder Jugendliche hat das Recht, seine höchstmögliche Leistung zu erreichen, zugleich die Pflicht, sich diesem Anspruch auch zu stellen.
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7. |
Individuelles Lernen ist sinnvoll nur in Gemeinschaft denkbar. In ihr sollte die Verantwortung für den gemeinsamen Alltag, das „gute Leben“ in der Schule, die gemeinsamen Bildungserlebnisse von allen geteilt werden und für alle wichtig sein.
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8. |
Je heterogener die Gemeinschaft, in der Kinder und Jugendliche leben, lernen und leisten, umso vielfältiger ist wechselseitige Anregung, Unterstützung und Herausforderung.
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9. |
Kinder und Jugendliche lernen voneinander so viel wie von Erwachsenen, bisweilen mehr, weil Zugänge erleichtert werden. Jahrgangsübergreifende Gruppen erweitern die Vielfalt und die Möglichkeiten, bilden also mehr noch als andere heterogene Gruppen das „ganze Leben“ ab.
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10. |
Altersgemischte Lerngruppen erweitern aber nicht nur die Vielfalt an Möglichkeiten für fachliches und soziales Lernen, sie erleichtern auch den schwierigen Übergang zu einem neuen Verständnis von individualisiertem Lernen und Leisten in Bildungsinstitutionen, weil die immer schon vorhandenen Unterschiede in ihnen auffallend sichtbar sind und individualisierendes Lehren und Lernen in der Gemeinschaft unumgänglich wird. |
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